
„Die Pogrome kamen nicht überraschend: Seit 1933 wurden jüdische Bürger durch das nationalsozialistische Regime diskriminiert und immer weiter aus dem öffentlichen Leben ausgegrenzt. Antisemitische Politik und Propaganda waren schon lange an der Tagesordnung. Mit dem 9. November 1938 schlugen sie um in offene physische Gewalt. In dieser Nacht wurde die systematische Vernichtung der Juden im damaligen deutschen Reich eingeleitet, die knapp drei Jahre später im Holocaust mündete.“
(Ansprache des Präsidenten der Friedrich-SchillerUniversität Jena, Prof. Dr. Walter Rosenthal zur Gedenkveranstaltung „Reichspogromnacht“, 09.11.2017, Westbahnhof, Jena)
Am Morgen des 09. Novembers versammelten sich aktuelle und ehemalige Schüler*innen, Kolleg*innen und Vertreter*innen der Stadt Markranstädt an den Stolpersteinen auf der Leipziger Straße, um der unschuldigen jüdischen Opfer des Holocaust zu gedenken. 87 Jahre ist es nun her, als jüdische Synagogen und Geschäfte brannten und Jüdinnen und Juden getötet und verhaftet wurden. Wenige Tage später, am 12. November 1938, erging das Urteil, dass die deutsche jüdische Bevölkerung für die Zerstörungen eine „Sühneleistung“ in Millionenhöhe zahlen musste. Genau an dieses Ereignis, eines der dunkelsten unserer Geschichte, wollten die Teilnehmenden erinnern.
Stellvertretend für das Schule-ohne-Rassismus-Schülerteam erinnerte Richard Seidel mit ergreifenden Worten an die Familie Mielziner, die vor ihrer Deportation hier lebten. Anschließend legten die Schülerinnen und Schüler in Begleitung der Schulleiterin Frau Dietze Blumen und Kerzen an den Stolpersteinen nieder. Zuvor wurden sie gründlich gesäubert, um die Namen als Mahnmal für uns alle wieder sichtbarer zu machen.
Danach zogen alle Teilnehmenden weiter in die Zwenkauer Straße, wo ebenfalls die Stolpersteine
gereinigt und Blumen niedergelegt wurden.
Wir als SoR-Team möchten uns recht herzlich für die rege Teilnahme an diesem Sonntagmorgen bedanken, das hat uns sehr viel bedeutet. Auch wir werden uns weiterhin für demokratische Werte wie Menschenrechte und Freiheit stark machen. Wir alle durften in den vergangenen Jahrzehnten die Demokratie leben. Diejenigen, die sie bereits vor vielen Jahren so tapfer verteidigt haben, werden weniger. Es ist nun an uns in ihre Fußstapfen zu treten und dieses wichtige Gemeingut vor allen aktuellen Angriffen zu schützen.
„Der Tod der menschlichen Empathie ist eines der frühsten und deutlichsten Zeichen dafür, dass eine Kultur gerade in die Barbarei verfällt. Das eigentliche Ziel der totalitären Ideologie ist nicht die Umformung der äußeren Bedingungen menschlicher Existenz (…), sondern die
Transformation der menschlichen Natur selbst. Nicht der Mensch bewohnt diesen Planeten, sondern Menschen. Die Mehrzahl ist das Gesetz der Erde. Ich bin in der Tat heute der Meinung, dass das Böse immer nur extrem ist, aber niemals radikal, es hat keine Tiefe, auch keine Dämonie. Es kann die
ganze Welt verwüsten, gerade weil es wie ein Pilz an der Oberfläche weiterwuchert. Tief aber, und radikal ist immer nur das Gute.“
Hannah Arendt
Text & Bilder: Frau Honig
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